Eine Insel für die Natur

Um die Wertach lebendiger und naturnaher zu gestalten, haben wir 60 Tonnen Flussbausteine eingebaut. Dabei gab es eine Menge zu beachten.

Der Gewässerentwicklungsplan des Wasserwirtschaftsamts Kempten für die Wertach sieht ökologische Verbesserungen für Flora und Fauna vor. Die Wertach soll lebendiger und naturnaher werden. In diesem Zusammenhang haben wir um die Buhne im Stausee – das ist ein kleiner Damm vor der Fischwanderhilfe im Osten des Stausees – eine tolle Entwicklung mit kleinen und größeren Fischen, Libellen, Wasserläufern und anderen Insekten festgestellt. Mittlerweile haben sich dort auch Pflanzen angesiedelt, die Schatten im Wasser verursachen.

Diese Beobachtung, die Ideen aus dem Gewässerentwicklungsplan und auch den Wunsch der Fischer nach mehr Unterschlupf für Fische nahmen wir zum Anlass, eine weitere Struktur im Westen in den Stausee einzubringen. 60 Tonnen Flussbausteine und einige Fuhren Kies sind hierzu auf einer Länge von gut 20 Metern in den See eingebracht worden. Dieser Lebensraum mit Verstecken und Flachwasserzonen soll ein Rückzugsgebiet von Kleinlebewesen und Fischen werden. Die Entwicklung dieser Struktur werden wir nun beobachten, um eventuell weitere Maßnahmen im See voranzubringen. Die kleine längliche Insel soll trockenen Fußes nicht erreichbar sein und auch nicht zum Aufenthalt einladen. Auch soll die Insel nicht als Grill- oder Angelplatz dienen, sondern der Natur vorbehalten bleiben.

Wir warten mit Spannung die Entwicklungen und den Erfolg ab. Dann wird die Entscheidung fallen, wie es um die Struktur im See und vielleicht auch im Zulauf weitergeht. Denn wir wissen: Es erfordert etwas Geduld, wenn man der Natur ihren Lauf lassen will, das geht nicht von heute auf morgen.

Zudem sind bei solchen Projekten viele Aspekte mit zu berücksichtigen. So sollten die Einbauten das nächste Hochwasser schadlos überstehen. Der Damm darf dabei auf keinen Fall in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch soll die Pflege möglichst einfach und mit wenig Aufwand möglich sein. Die Einbauten dürfen natürlich dem Hochwasserabfluss nicht hinderlich sein. Die Haltbarkeit einer solchen Struktur sollte gewährleistet sein, bis sich die Natur selbst genügend Möglichkeiten geschaffen hat, diese zu festigen. Ein richtig spannendes Projekt.

Tatkräftige Unterstützung

Der Fischereifachberater des Bezirks Schwaben, Dr. Oliver Born, unterstützt die Stadtwerke Bad Wörishofen bei diesem Vorhaben. „Die Verbesserung der Lebensräume in der Wertach kann nur mit gemeinsamen Umsetzungskonzepten realisiert werden. Schritt für Schritt können so Lösungen gefunden werden, die alle Belange berücksichtigen und die Gewässerökologie nachhaltig verbessern. Der Einbau der neuen Insel ist ein erster Schritt in die richtige Richtung“, so Dr. Born.