Eine starke Mannschaft

Die elf Mann der Gas- und Wasserabteilung sind ein eingespieltes Team, das insgesamt 280 Kilometer Netz betreut.

Sie sind keine Fußballmannschaft und doch jeder in seinem Bereich ein Spezialist und zusammen ein tolles Team: die elf Jungs unserer Gas- und Wasserabteilung. Der Job ist anspruchsvoll und vielseitig. „Die Basis für unsere Arbeit ist die Ausbildung zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik. Doch unser Aufgabengebiet bei den Stadtwerken ist so speziell, dass jeder neue Mitarbeiter viele Tätigkeiten macht, die man woanders nicht lernt“, erklärt Helmuth Werner und lacht: „Und den Gasbereich bekommt man als zusätzlichen zweiten Beruf noch mit dazu“.

Man braucht Jahre, um das Gas- und Wassernetz der Stadtwerke Bad Wörishofen kennenzulernen. Dazu kommt die Wärmeversorgung. Doch das Team ist gut und die Arbeit macht Spaß. Wer hier einmal anfängt, bleibt, auch wenn große Industriefirmen vielleicht einen besseren Lohn versprechen. „Die große Konkurrenz macht es schwer, Leute zu bekommen, deshalb bilden wir selbst aus, mit dem Gedanken, unsere Leute auch zu behalten“, erklärt Wolfgang Geiger. „Den ersten Nachwuchs haben wir vor acht Jahren ausgebildet und er gehört immer noch zum Team“. Dass hier keine Frau arbeitet, liegt an fehlenden Bewerberinnen.

Leiten gemeinsam die Gas- und Wasserabteilung: Rohrnetzmeister Helmuth Werner ...

... und Gas- und Wassermeister Wolfgang Geiger.

Die Alleskönner

Für das tolle Arbeitsklima sind nicht zuletzt Helmuth Werner und Wolfgang Geiger verantwortlich. Die beiden kamen 2001 im Abstand von acht Monaten zu den Stadtwerken und leiten die Gas- und Wasserabteilung gemeinsam. Die Aufgaben sind aufgeteilt, so kümmert sich Helmuth Werner um Personal, Kontrolle, Planung oder Koordinierung des Alltagsgeschäfts und die Netze und Wolfgang Geiger um das Trinkwasser mit Quellen und Brunnen, die Überwachung der Gasübergabestationen oder den Fuhrpark. Ist einer der beiden abwesend, übernimmt der andere dessen Aufgabe. Gemeinsame tägliche kurze Besprechungen des ganzen Teams am Morgen und nach der Mittagspause bringt alle auf den aktuellen Stand.

Bei diesem großen Spektrum wie den Gas-, Wasser- und Wärmebereich, können die einzelnen Mitarbeiter natürlich nicht alles selber leisten. Dennoch weiß jeder, wie man handeln muss. „Jeder hat durch Lehrgänge eine zusätzliche Spezialisierung gemacht, so kann der eine Stahlrohre schweißen, ein anderer ist dafür bei den Wasserproben fit“, erklärt Helmuth Werner. So breit aufgestellt, übernehmen die elf Jungs von Rohrbruch, -austausch oder -sanierung über Zählerwechsel bis hin zur Kontrolle der Gasregler alles, was in ihrem Bereich anfällt – und nichts mit Tiefbauarbeiten zu tun hat. „Dafür haben wir eine regionale Fremdfirma, die schon seit vielen Jahren für uns arbeitet und schnell und rund um die Uhr zur Stelle ist, wenn wir sie brauchen“, erzählt Wolfgang Geiger. „Die kennen sich inzwischen im Netz ähnlich gut aus wie wir.“

Doch wie pflegt und wartet man ein 80 Kilometer langes Erdgas- und 200 Kilometer langes Wasserrohrnetz? Mit sehr viel Gespür, Sorgfalt und Routine, weiß Helmuth Werner: „Wir arbeiten eng mit der Stadt zusammen. Wenn irgendwo die Straße aufgerissen oder gebaut wird, schauen wir, ob wir dort an den Rohren etwas machen müssen. Das Gasnetz ist von 1984 und unsere Vorgänger haben sehr weitsichtig entschieden und ein sehr stabiles Netz aufgebaut. Die Stahlleitungen sind hier mit Strom, der über die Rohre läuft, vor Korrosion geschützt. Diese Technik hilft uns auch beim Auffinden von Lecks.

Beim Wassernetz sieht das schon wieder anders aus, erklärt Wolfgang Geiger: „Wasserleitungen sind meist nur zu Beginn absolut dicht. Es gibt noch keine besseren Alternativen zu diesem Rohrmaterial. Deshalb kontrollieren verschiedene Systeme im Netz Geräusche und Verbrauch, um mögliche Leckagen rechtzeitig weitergeben zu können. Und für Meldungen von aufmerksamen Anwohnern gibt es eine Rohrbruchprämie von 20 Euro.“

Tipps für Verbraucher

Fragt man den Wasserexperten, woran ein stark angestiegener Verbrauch von Wasser im Normalfall liegen kann, weiß Wolfgang Geiger gleich ein paar Antworten: „Natürlich sollte man zuerst überlegen, ob man größere oder neue Verbraucher, wie ein Aquarium, angeschafft hat. Ist das nicht der Fall, kontrolliert man die Wasseruhr, wenn man allein zu Hause ist. Läuft sie, sollte man auf Spurensuche gehen. Dann könnte ein tropfendes Sicherheitsventil an der Heizung, ein durchlaufender Spülkasten oder eine kaputte Erdleitung im Garten, die in Frosttiefe liegt, am Mehrverbrauch schuld sein. Doch egal, was einem merkwürdig vorkommt“, so Wolfgang Geiger „Sie können uns gern anrufen, denn es geht um Ihre Sicherheit“.

Tobias Donnert (links) und Daniel Hirschmüller beim Schweißen einer Verbindungsmuffe

In der Gasstation in der Gartenstadt überprüft Christian Kohler die Dichtheit

Tobias Donnert schweißt eine Stahl-Gasleitung

Die Dichtheit einer Gasinneninstallation wird von Andreas Ziegler überprüft

Helmuth Werner und sein Team nehmen regelmäßig Wasserproben aus dem Trinkwassernetz.